Vereinsspielplan



Nach dem gestrigen Sieg (2-1) gegen Vizemeister FC Lennestadt und dem Ende der Landesliga-Saison hat unsere Redaktion noch ein Gespräch mit unserem ausscheidenden Trainer Andreas Friedberg geführt. Gemeinsam mit ihm haben wird die abgelaufene Saison reflektiert, aber auch einen Blick in die Zukunft geworfen.

Redaktion:

Die Saison ist am Sonntag zu Ende gegangen. Wie beurteilst du das finale Abschneiden?

Andreas:

Tabellarisch haben wir die erwartete Range von Platz 5-8 knapp erreicht. Allerdings wussten wir zum damaligen Zeitpunkt der Zielsetzung noch nicht, dass wir die gesamte Saison mit nur einem gelernten Stürmer durchziehen mussten. Unter Berücksichtigung dieses -und anderer Aspekte werfe ich einen sehr positiven Blick auf die Saison.

Was ist denn bei den Planungen für diesen Mannschaftsteil schief gelaufen?

Die Planung war in Ordnung. Nach dem späten Abgang von Ayoub Alaiz haben wir den Angriff mit Denis Rödel, Robin Wilke, Haris Dzafic, Gazmen Sala und Marc Schwab besetzt. Leider standen uns in der Saison dann Haris, Robin und Gazmen aus gesundheitliche Gründen nicht zur Verfügung. Bei Marc war vorher klar, dass er mit seine 20 Jahren noch etwas Zeit benötigt, um in der Landesliga Fuß zu fassen. Um diese personelle Lücke zu schließen, haben wir uns im Winter dann erfolgreich um Benni Szameitat bemüht. Die fehlende Freigabe von Hennen hat uns dann aber auch hier einen Strich durch die Rechnung gemacht. Somit stand uns, in der gesamten Saison, ungewollt nur Denis Rödel als gelernter Stürmer zu Verfügung.

Sind unter diesem Umstand 58 erzielte Treffer nicht trotzdem ein ordentlicher Wert?

Der Weg auf diese Anzahl an Toren zu kommen war mühsam. Wir hatten im ersten Drittel der Saison große Probleme mit unserem Spiel im Angriffsdrittel. Wir kamen nicht strukturiert genug dort hin und wenn wir da waren, dann konnten wir die Bälle dort nicht lange genug halten. Die Position neben Denis musste ständig neu besetzt werden. Nur 22 erzielte Treffer in der Hinrunde bedeuteten die logische Konsequenz daraus. Erst ab dem Spätherbst haben die getroffenen Verbesserungsmaßnahme langsam gegriffen und unser Übergangs- und offensives Positionsspiel hat sich verbessert. In der Wintervorbereitung haben wir dann das Spiel im eigenen Ballbesitz zum Dauerthema gemacht. Das hat dann auch zunehmend Wirkung gezeigt. In der Rückrunde hatten wir ein deutliches Mehr an Ballbesitz, Chancen und Toren. Auch unsere Mittelfeldspieler haben in der Rückrunde mehr Punch und Durchschlagskraft in Richtung Tor entwickelt und folgerichtig öfter getroffen. Dieser Prozess hat aber gedauert und es hört sich im Nachgang etwas leichter an, als es in den damaligen Phasen tatsächlich war.

Wie zufrieden bist du mit dem sonstigen Verlauf der Saison?

Das ganzjährige Miteinander innerhalb des Teams und mit den Trainern bewerte ich als sehr menschlich und harmonisch. Die Jungs haben eine hervorragende Trainingsethik an den Tag gelegt, waren sehr diszipliniert und in der Gruppe sehr solidarisch. Auch die Atmosphäre in- und außerhalb der Kabine war respektvoll und freundschaftlich. Nur so konnten die bereits genannten Defizite aufgefangen - und Verbesserungen erzielt werden. Auf Grund dessen, dass fest eingeplante, erfahrenere Rollenspieler wie Tayfun Öztürk, Haris Dzafic, Robin Wilke und Benedikt Szameitat nicht zur Verfügung standen und zudem Dragan Petkovic, Julian Schmahl und Max Steinau längere Ausfallzeiten hatten, sind wir in zahlreiche Partien mit einer völlig überjüngten Startelf gegangen. Wir sind sehr oft mit einer U21 ergänzt um zwei, drei älteren Akteuren angetreten. Gerade in der Phase mit 14 Spielen in sieben Wochen war das sehr problematisch. Das hätte auch in die Hose gehen können. Aber die Jungs haben ihr vorhandenes Talent zusammen mit ihrem Teamspirit in die Waagschale geworfen. Und sie waren körperlich topfit. Auf Grund der geschilderten Hindernisse bin ich hochzufrieden, dass wir fast ausschließlich in der oberen Tabellenhälfte zu finden waren.

Kannst du einige der eingesetzten 25 Spieler besonders hervorheben?

Einzelne Jungs raus zu picken ist nicht meine Art. Wir haben aber 15 eingesetzte Spieler im Kader, die im Verlauf der Saison 18-21 Jahre jung waren. Diese Altersgruppe hat rund 70% der Gesamtminuten absolviert. Das hat natürlich auch zu den erlebten Leistungsschwankungen geführt. Es hat aber zum anderen auch die Entwicklung unserer Youngsters rasant unterstützt. Der Großteil von unseren jungen Spielern hat bereits 60-70 Landesligaeinsätze auf dem Buckel. Diese Spieler können bereits auf einen umfangreichen Erfahrungsschatz zurück greifen und sind früh auf einem beachtlichen Niveau angekommen. Ich bin mir aber ganz sicher, dass die meisten von ihnen in den nächsten 1-2 Jahren noch einiges oben drauf satteln können. Die Jungs haben großen Ehrgeiz und entwickeln sich noch weiter. Dass diese Akteure in unseren Oldies Denis Rödel, David Schulz und Julian Schmahl tolle Unterstützer gefunden haben, sollten sie aber nie vergessen.

Die gute Aus- und Weiterbildung im Verein hast du gerade erwähnt. Kann unsere Borussia langfristig wieder darauf hoffen, dass der Westfalenliga-Aufstieg möglich ist?

Um Aufstiegsambitionen hegen zu können, muss die Mischung im Kader stimmen. Nur mit einer jungen, talentierten Mannschaft kannst du aus dieser Liga nicht aufsteigen. Mit der Übernahme und Integration unserer zahlreichen Bezirksliga-Junioren in den letzten Jahren war es bereits schwierig genug, einen Mittelfeld- bzw. Spitzenplatz in der Senioren-Landesliga zu erreichen. Du benötigst zudem in jedem Mannschaftsteil zwei überdurchschnittliche Spieler mit Führungsqualität. Und im Angriff brauchst du zwei Torjäger, die 15-20 Treffer erzielen können und zueinander passen. Zudem muss die Mannschaft auch mal zwei, drei Jahre zusammen bleiben, damit sie in Richtung Westfalenliga wachsen kann. In den beiden letzten Sommerperioden haben wir zu viele Leistungsträger an höherklassige Vereine abgeben müssen. Den Kader für die kommende Saison sehe ich in der Offensive schon sehr gut aufgestellt. Aber für die Defensive fehlen mir noch ein, zwei gute Spieler. Aber bis zum 31.08. ist noch genügend Zeit und ich weiß, dass Dragan und Julian ihre Fühler ausgestreckt haben.

Du gönnst Dir jetzt eine einjährige Pause. Fällt dir das Aufhören schwer?

Keineswegs. Zum eine halte ich das für notwendig. Zum anderen weiß ich die Mannschaft in tollen Händen. Meine Wertschätzung für Dragan  Petkovic und Julian Schmahl ist bekannt. Ich erlebe die Beiden seit Jahren als sehr aufgeräumte und zielorientierte junge Männer. Sie sind empathisch, kommunikativ und sie haben im Club ein gutes Standing. Fachlich bin ich auch überzeugt von den Beiden. Ich traue beiden eine gute Trainer-Karriere zu. Wir können uns freuen, sie weiterhin in unseren Reihen zu wissen.

Wie geht es mit Dir weiter. Werden wir dich in Dröschede noch zu Gesicht bekommen?

Auf jeden Fall. Donnerstags werde ich regelmäßig zum Platz kommen und auch ansonsten werde ich weiterhin am Dröscheder Vereinsleben teil nehmen. Und der Sonntag auf dem Platz gehört sowieso zu meinem Leben. Nur die Auswärtspartien werde ich mir nächste Saison ersparen. Ich möchte mir im Wechsel die Heimspiele unserer Borussia und vom FCI ankucken. Und meine Dauerkarte bei den Roosters ist auch schon bestellt. Meine Sportwochenenden werden sicher nicht langweilig werden, aber mit weniger Adrenalin verbunden sein. Und dann schauen wir im nächsten Jahr mal, ob mir was fehlt und ob es juckt, falls eine neue Aufgabe an mich heran getragen wird.

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